Lukas Pusch

Flora Sibirica

Mitte der 90iger Jahre musste der Künstler Lukas Pusch Österreich verlassen. Zuvor hatte ihm das Bundesministerium für Unterricht und Kunst in einem juristischen Gutachten schriftlich mitgeteilt, dass er „ein zynisch plakativer Provokateur gegen Freiheit und Toleranz“ sei und damit „sämtlichen Förderungsrichtlinien Österreichs widersprechen“ würde. Sein „Verbrechen“ war eine Arbeit gegen den aufkeimenden Rechtsradikalismus und die damit verbundenen verschärften Asylgesetze. Dies bedeutete eine völlige Isolierung des jungen Künstlers im vollsubventionierten österreichischen Kunst- und Kulturbetrieb. Die Isolierung ging so weit, dass Freunden des Künstlers, mit Verweis auf angebliche Ähnlichkeiten zu Lukas Puschs Werken, mögliche Gelder verwehrt wurden.

An seinem Abschiedsabend veröffentlichte Lukas Pusch sein Buch „Kunst und Politik“ und verkündete, Landschaftsmaler in Dresden zu werden.

In Dresden angekommen, begann der Künstler, mit Feldstaffelei und reduzierter Farbpalette,  romantische Elbmotive auf kleinen Pappen zu malen.

Diese Arbeiten Lukas Puschs waren mehr als Tafelbilder. Sie waren ein radikales Statement für die Freiheit der Kunst und eine scharfe Kritik an einem reaktionären Kunstbetrieb samt seiner handzahmen Wiener Mainstream-Avantgarde. Sie waren die Bereitschaft für die Freiheit der Kunst, die eigene Isolation noch einmal auf die Spitze zu treiben. Lieber kitschige Landschaften malen denn als ein staatlich subventionierter Auftragskünstler zu enden!

Mit dieser Geste stellte sich Lukas Pusch in die Bildtradition einer politisch verfolgten Avantgarde und Moderne – wie beispielsweise Gustave Courbets im Gefängnis gemalte Obststillleben oder Isaac Levitans Gemälde „Vladimirka“. Es handelt sich um Arbeiten, deren vordergründig harmlose Motive eine enorme politische und gesellschaftliche Sprengkraft bergen. Gleichzeitig sind sie, ähnlich Gerhard Richters auf dem Höhepunkt der 68er-Bewegung gemalten Landschaften, ein Statement für die Kunst und gegen deren politische Instrumentalisierung und Überfrachtung.

Mit der Serie „Flora Sibirica“ greift Lukas Pusch diese Tradition wieder auf. 

Die vierbändige „Flora Sibirica“ wurde 1747 vom deutschen Forscher Johann Georg Gmelin publiziert. Die Studien zu dieser ersten botanischen Erfassung Sibiriens entstanden auf der 2. Kamtschatka-Expedition, welche 10 Jahre dauerte  und bei der Gmelin zu Fuß von St. Petersburg bis Kamtschatka und zurück marschierte. Diese Expedition, an der insgesamt etwa 3.000 Personen beteiligt waren kostete damals rund ein Sechstel des jährlichen russischen Staatsbudgets und zählt zu einem der größten Expeditionsvorhaben der Geschichte.

Erste Arbeiten zu Lukas Puschs Zyklus „Flora Sibirica“ entstanden bei seinen zahlreichen Reisen und Aufenthalten in Sibirien. Lukas Pusch ist aber kein Botaniker. Ihm geht es bei seinen expressiven Bildern um keine wissenschaftliche Erfassung der Pflanzenwelt. Lukas Puschs „Flora Sibirica“ versteht sich als Malerei und zugleich als Geste über die Malerei hinaus. Sie verweist auf Jahrhunderte eines regen Austausches und einer produktiven Zusammenarbeit zwischen Ost und West. Sie ist ein Statement gegen einen neuen Kalten Krieg. Sie erinnert verschüttete und vergessene Traditionen, in denen Sibirien nicht nur für Gulag und Unterdrückung, sondern auch für Freiheit, Entdeckung und Abenteuer stand. Damals, als Sibirien als ein anderes Amerika galt.

 Paula Böttcher, Berlin 2016

Der Text wurde in der Kunstzeitschrift der Antist veröffentlicht

Ausstellung

5. April – 30. Juni 2016

Besichtigung nur nach persönlicher Terminvereinbarung

 


ALEK KAWKA

NATURA OBSCURA

In der Serie "Natura Obscura" widmet sich Alek Kawka der klassischen Bildgattung des Stilllebens mit ihrer unterschiedlichen Symbolik. Sie portraitiert präparierte Tiere, inszeniert Früchte sowie welke Blumen und montiert Nebellandschaften.
Durch mehrschichtigen Glasdruck und Spiegeleffekte erreichen die Werke eine skulpturale Dimension. So schälen sie Schicht um Schicht das Objekt aus der Realität, um es in der Realität des fotografischen Raums erneut zur Existenz zu bringen. Je nach Betrachtungswinkel und Lichtbrechung variiert das Erscheinungsbild.
Die Serie fügt sich nahtlos in Alek Kawka’s Schaffen - konsequent den fotografischen Bildraum zu erweitern.

Ausstellung

ab 27.02.2014

Ort

contemp Kunstsalon #05


TOMAK

School of Farts

230 x 150 cm Öl-, Acryl-Lack auf Holz,
Aussenarbeit, 2013


TOMAK

Salon DeVille

Ausstellung

5.Dezember 2013 - 24.Jänner 2014


Dieter Mammel

TWILIGHT

In der monochromen Malerei des Berliner Künstlers Dieter Mammel bestimmt immer zyklisch eine symbolische Farbe das Bildgeschehen: es wird sich Magenta geküsst, ins Blau zurückgezogen, ins Violett eingetaucht. Komplementär dazu erstrahlen die jüngsten Bilder der TWILGHT Serie in grellem Gelb, die erstmals im Wiener Kunstsalon contemp von Jutta Stolitzka zu sehen sind und die anschliessend in Istanbul und New York gezeigt werden. 

Lebte bisher seine Tuschmalerei von der Spannung unbemalter und bemalter Leinwand, von Licht und Schatten, wird nun der Bildkörper und Bildraum durch die Farbe geschlossen. Hier fliesst Tusche und Acryl auf nasser Leinwand gemalt, helles Gelb in dunkles Violett, verfärbt sich an manchen Stellen grün, an anderen kommt es kontrastreich zum Leuchten, worauf Tier und Mensch unmittelbar zu reagieren scheinen: sie lachen und gehen ins Gelb hinein oder stehen hypnotisiert davor. Sie erstrahlen selbst in der Farbe oder erzeugen sie durch Licht und Rauch.

All das findet in einem „Dazwischen“, einem TWILIGHT statt, zwischen Tag und Nacht, Draussen und Drinnen, zwischen Leuchten und Brennen, Lachen und Weinen, zwischen Leben und Tod. In diesen Zwischenräumen entfaltet sich die Phantasie des Betrachters.

Twilight ist die erste Präsentation der Malerei von Dieter Mammel in Österreich.

Ausstellung

09. Oktober -  08. Dezember 2013

Ort

Wien. Nur mit Voranmeldung
+43 (0) 699 10230304
juttastolitzka@gmx.at


Anita Schmid

Koordinaten des Unsichtbaren & Spuren von Spuren

Eröffnung

15. Mai 2013, 18.30 Uhr

Ausstellung

15. Mai -  Ende September 2013

Ort

Rechtsanwaltskanzlei Eversheds
Kärntnerring 12
1010 Wien
Nur mit Voranmeldung.


Michael Schuster

DOLLAR Рубль / Dollar Rubel

Eröffnung

24. Jänner 2013, 19.00 Uhr

Ausstellung

Die Exponate sind käuflich zu erwerben und bis 22. März 2013
während der Banköffnungszeiten frei zugänglich.


Ort

Raiffeisen-Galerie
Bankstelle Tummelplatz
Graz


Götz Valien

Fee Male

Eröffnung

01. August 2012, 17.00-21.00 Uhr
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.

Ausstellung

02. August – 21. August 2012, 11.00-19.00 Uhr

Finissage

21. August 2011, 15.00-20.00 Uhr

Ort

Stolitzka & Haas
Franz-Josef-Straße 12
5020 Salzburg

Link

Portrait auf CastYourArt


Anita Schmid

Corpus I, 2008

Fotoarbeiten

„Corpus I“(2008) entstand in der Villa Tugendhat, die 1929/30 in Brünn nach den Plänen des Architekten Ludwig Mies van der Rohe für Fritz und Grete Tugendhat errichtet wurde.

Links

Villa Tugendhat


Tomak

Phantômak

Eröffnung

Montag 1. Februar 2012, 19:00 Uhr

Ausstellung

4. Februar - 14. Februar 2012
Mo - Sa, 11:00 - 19:00 Uhr

Ort

Kuppelsaal
Technische Universität Wien
Karlsplatz 13
1040 Wien

Links

Dokumentation auf CastYourArt


Constantin Luser

Jointventure

Eröffnung

Montag, 23. Jänner 2012, 19:00 Uhr

Ausstellung

24. Jänner - 5. März 2012
Mo - Fr, 08:00 - 12:30 Uhr, 13:30 - 16:00 Uhr

Ort

Raiffeisen-Galerie
Tummelplatz
8010 Graz


Constantin Luser

Fokus Pokus

Eröffnung

28. Juli 2011, 17:00-24:00 Uhr
begrüßung und Ausstellungsführung durch Mag. Martin Titz.
Der Künstler ist bei der Eröffnung anwesend.

Ausstellung

29. Juli - 15. August 2011, 11:00 - 19:00 Uhr

Finissage

15. August 2011, 15:00 Uhr

Ort

Stolitzka & Haas
Franz-Josef-Straße 12
5020 Salzburg